Wichtelwelt, Namen & Geschichten
Wichtel-Familie erfinden: Figuren und Beziehungen gestalten
Eine Wichtel-Familie erfindest du, indem du wenige Figuren mit Namen, Eigenheiten und einer vertrauten Beziehung zueinander gestaltest. Entscheide zuerst, wer zusammenlebt und was die Figuren gern tun; daraus lassen sich kleine Vorlesegeschichten und einfache Szenen für die Wichteltür entwickeln.

Das Wichtigste in Kürze
- Für eine stimmige Wichtel-Familie reichen zwei oder drei Figuren mit klar unterscheidbaren Eigenheiten.
- Du kannst selbst bestimmen, wer zur Familie gehört: Verwandte, Freund:innen, Wahlfamilie oder eine einzelne Figur mit Besuch.
- Eine kleine wiederkehrende Eigenheit hilft, neue Geschichten zu erfinden, ohne jedes Mal von vorn anzufangen.
- Du brauchst weder eine große Kulisse noch tägliche Einfälle: Eine Figur, ein Gegenstand und ein kurzer Satz können genügen.
So erfindest du deine Wichtel-Familie
Eine Wichtel-Familie muss nicht wie eine menschliche Familie aussehen. Vielleicht leben zwei Geschwister zusammen, vielleicht sind es Freund:innen, die sich ein Zuhause teilen. Vielleicht wohnt ein Wichtel allein und bekommt manchmal Besuch. Es gibt kein richtiges Familienmodell für deine Geschichte.
Damit du die Figuren leicht auseinanderhältst, gib jeder Person drei Dinge: einen Namen, eine Eigenheit und eine Beziehung zu den anderen. Die Eigenheit darf ganz alltäglich sein. Jemand verliert ständig einen Handschuh, summt beim Aufräumen oder sammelt besonders runde Tannenzapfen. Daraus entsteht später fast von selbst eine kleine Szene.
Schritt 1: Entscheide, wer dazugehört
Starte lieber mit wenigen Figuren. Zwei reichen für Gespräche und kleine Missverständnisse; eine dritte Figur bringt eine neue Perspektive hinein. Überlege, ob die Wichtel Geschwister, Eltern und Kind, Freund:innen oder eine selbst gewählte Familie sind. Du musst keine Erklärung für alle Details liefern. Eine freundliche, einfache Beschreibung genügt.
Schritt 2: Gib jeder Figur ein Merkmal
Wähle Merkmale, die sich gut erzählen lassen und niemanden abwerten. Zum Beispiel: „Mira merkt sich jedes Lied“, „Tamm hat es gern ordentlich“ oder „Fips braucht morgens einen Moment, bis er wach ist“. Vermeide Eigenschaften, die ein Kind mit Schimpfen oder Strafe verbinden könnte. Der Wichtel darf etwas vergessen oder sich irren, ohne dass daraus eine Drohung wird.
Schritt 3: Überlege, was die Figuren miteinander verbindet
Vielleicht backen sie gemeinsam – oder stellen sich vor, einmal einen riesigen Schneeturm zu bauen. Vielleicht freuen sie sich aufeinander, obwohl sie unterschiedliche Dinge mögen. Für Geschichten ist ein kleines gemeinsames Vorhaben besonders praktisch: ein verschwundener Knopf, ein gemütlicher Platz für Besuch oder die Frage, wer die winzige Laterne tragen darf.
Drei Figurenideen zum Weiterdrehen
Mira, Tamm und Fips
Mira ist Tammes ältere Schwester und kann sich Melodien gut merken. Tamm tüftelt gern und probiert aus, wie sich Dinge fest und sicher zusammenfügen lassen. Fips ist ihr Freund, der manchmal eine Pause braucht, bevor er bei einem neuen Spiel mitmacht. Zusammen wohnen sie in einer kleinen Wurzelstube. Wenn sie nicht wissen, was sie tun sollen, summt Mira eine Melodie und die anderen denken mit.
Mini-Steckbrief: Dauer zum Anpassen: 5 Minuten. Material: Papier für deine eigene Notiz, falls es dir beim Merken hilft. Alter: ab etwa 3 Jahren zum Zuhören; ab etwa 5 Jahren können Kinder Namen und Eigenschaften mit auswählen. Aufräumaufwand: keiner.
Nela und Onkel Brumm
Nela ist neugierig und stellt viele Fragen. Onkel Brumm kennt sich mit leisen Geräuschen aus, aber mit Schleifenbinden tut er sich schwer. Er ist nicht streng und verteilt keine Aufgaben: Er begleitet Nela, wenn sie etwas Neues ausprobieren möchte. Ihre Geschichten können davon handeln, wie beide eine schöne Lösung finden, obwohl sie verschieden an eine Sache herangehen.
Mini-Steckbrief: Dauer zum Ausdenken: 5–10 Minuten. Material: keines. Alter: ab etwa 3 Jahren. Aufräumaufwand: keiner. Variante: Ersetze Onkel Brumm durch eine Nachbarin, einen Freund oder eine andere vertraute Bezugsperson.
Lumo wohnt allein – und bekommt Besuch
Lumo mag ruhige Morgen und hat einen besonderen Platz für Gäste. An manchen Tagen kommt die Freundin Pippa vorbei; an anderen bleibt Lumo für sich. So kannst du unterschiedliche Alltagssituationen erzählen, ohne eine große Familie einführen zu müssen. Auch das ist eine vollständige Wichtelwelt.
Mini-Steckbrief: Dauer zum Anpassen: 5 Minuten. Material: optional ein kleines Möbelstück oder ein Holzstern als wiederkehrendes Detail. Alter: ab etwa 2 Jahren zum gemeinsamen Anschauen und Zuhören. Aufräumaufwand: gering, falls du ein Deko-Objekt verwendest; danach zurück an seinen Platz.
Eine Geschichte in drei Sätzen
Wenn du die Figuren hast, kannst du daraus eine kurze Vorlesegeschichte machen. Diese Vorlage lässt sich immer wieder neu füllen:
- Wer möchte was? „Mira wollte für den Besuch einen besonders gemütlichen Platz finden.“
- Was ist knifflig? „Tamm schlug einen Platz neben der Tür vor, doch Fips fand es dort zu zugig.“
- Wie finden sie zusammen eine Lösung? „Gemeinsam rückten sie ein kleines Kissen weiter nach innen und probierten es aus.“
Du kannst die Geschichte abends erzählen oder als Idee für eine einfache Wichtelszene nutzen. Ein Kissen oder ein sicher stehendes Miniaturmöbelstück reicht. Eine Szene muss auch nicht jeden Tag wechseln: Sie darf mehrere Tage stehen bleiben.
Wenn es mal schnell gehen muss
Nimm eine Figur und eine Eigenheit, die du schon kennst. Stell zum Beispiel eine Tasse neben die Wichteltür und erzähle beim Frühstück: „Fips hat heute an alle gedacht, die gern in Ruhe ankommen.“ Das dauert ungefähr zwei Minuten und braucht keine zusätzliche Geschichte über Nacht. Wenn gerade keine Zeit ist, darf die Wichtelwelt einfach Pause machen. Ein neuer Einfall ist kein täglicher Pflichttermin.
Häufige Fragen
Muss die Wichtel-Familie eine bestimmte Familienform haben?
Nein. Erfinde die Beziehungen so, wie sie zu deiner Geschichte passen: verwandt, befreundet, zusammenlebend oder allein mit gelegentlichem Besuch. So finden unterschiedliche Familien und Lebenssituationen ihren Platz.
Wie viele Wichtel sollte ich erfinden?
Für den Anfang sind zwei oder drei Figuren übersichtlich. Du kannst jederzeit jemanden dazuerfinden, wenn dir eine neue Geschichte einfällt. Es gibt keine festgelegte Zahl.
Können Kinder beim Erfinden mitmachen?
Ja, wenn das für euch passt. Kinder können Namen, Lieblingsfarben oder eine besondere Fähigkeit vorschlagen. Du entscheidest, wie viel vom Geheimnis der Wichtelwelt du teilen möchtest.
Was, wenn mir keine neue Geschichte einfällt?
Greif eine bekannte Eigenheit wieder auf oder lass die Figuren einen ruhigen Tag haben. Eine kurze Wiederholung ist für kleine Zuhörer:innen oft angenehm – und für dich eine einfache Möglichkeit, ohne großen Aufwand weiterzuerzählen.
Und jetzt?
Öffne als nächsten Schritt den passenden Plan oder die kostenlose Checkliste und wähle eine kleine Idee für eure Wichtel-Familie aus.