Der müde Wichtel: sieben Tage, zwei davon frei

Eine kleine Geschichte für eine Woche. Jeden Abend gibt es etwas zum Vorlesen, und wenn ihr mögt, eine winzige Mitmach-Idee. Zwei Tage sind ausdrücklich frei: Da schläft der Wichtel, und niemand muss etwas vorbereiten.

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Wer ist der Wichtel?

Er kommt aus dem hohen Norden und freut sich über ganz normale Dinge, die wir kaum noch bemerken: einen klingenden Löffel, eine warme Socke, den ersten Schnee. Und er ist immer ein bisschen müde. Deshalb darf er verschlafen, zu spät kommen oder nur einen Gruß dalassen. Das gehört zu ihm.

  • Er staunt über Alltagsdinge.
  • Er ist meistens ein bisschen müde und schläft gern.
  • Er stellt Fragen, auf die niemand antworten muss.
  1. Tag 1: Angekommen

    Zum Vorlesen

    Der Wichtel hatte einen langen Weg hinter sich. Drei Tage durch den Schnee, zwei Nächte im Schlitten, eine Nacht in einem hohlen Baum. Jetzt stand er vor einer kleinen Tür und gähnte so laut, dass die Mütze wackelte.

    „Hier bleibe ich“, murmelte er. „Hier riecht es nach Plätzchen und nach Socken, das gefällt mir.“ Er schaute sich um, sah ein Sofa, ein Regal, einen Teppich, und konnte sich gar nicht entscheiden, was er zuerst bestaunen sollte.

    Dann setzte er sich hin, streckte die Beine aus und fragte leise in den Raum hinein: „Was ist der schönste Platz in diesem Haus?“ Antworten musste niemand. Aber er hörte aufmerksam zu, falls doch jemand etwas sagen wollte.

    Wenn ihr mögt: Zeig dem Wichtel deinen Lieblingsplatz

    Dein Kind darf dem Wichtel seinen liebsten Platz im Haus zeigen und ihn dort hinsetzen. Mehr ist nicht nötig. Der Einzugsbrief aus dem Starterpaket passt gut dazu.

    2 Min. · Wichtelfigur, auf Wunsch Einzugsbrief

    Einzugsbrief (PDF)
  2. Tag 2: Der klingende Löffel

    Zum Vorlesen

    Am nächsten Morgen entdeckte der Wichtel etwas Wunderbares. Auf dem Frühstückstisch lag ein Löffel. Er stieß ihn vorsichtig an die Tasse, und es machte: Pling!

    „Das ist ja Musik!“, rief der Wichtel so leise, wie ein Wichtel eben rufen kann. Er stieß noch einmal an: Pling, pling. Dann an die Müslischale: Plong. Und an den Becher: Ping.

    So etwas hatte er im hohen Norden nie gehört. Dort gab es nur Schnee, der leise knirscht, und Wind, der heult. Er klopfte eine kleine Melodie und lächelte. „Menschen haben richtige Instrumente im Schrank“, flüsterte er, „und merken es gar nicht.“

    Wenn ihr mögt: Frühstücks-Musik

    Leg einen Löffel neben die Tasse, aus der der Wichtel „gespielt“ hat. Beim Frühstück könnt ihr gemeinsam mit Löffel und Tasse eine kleine Melodie machen.

    2 Min. · Löffel, Tasse

  3. Tag 3: Schnee in der Stube

    Zum Vorlesen

    „Mir fehlt der Schnee“, seufzte der Wichtel. Draußen war es grau und nass, aber es lag kein Schnee, nicht einmal ein bisschen. Im hohen Norden hatte er jeden Morgen Schneeflocken gezählt, das beruhigte ihn.

    Also beschloss er, sich selbst welche zu machen. Er faltete ein weißes Papier, riss ein paar Zipfel ab, rollte sie zu kleinen Kugeln und legte sie in eine Reihe vor seine Tür. „Eins, zwei, drei“, zählte er. Bei „sieben“ wurde er müde und schlief fast ein, aber vorher schaute er noch einmal auf seine Flockenreihe und war zufrieden.

    „Eine Flocke fehlt noch“, murmelte er. „Aber die darf jemand anders legen.“

    Wenn ihr mögt: Eine Flocke für den Wichtel

    Leg sechs kleine Papierkugeln oder Wattepads in einer Reihe vor die Wichteltür. Die siebte darf dein Kind dazulegen.

    5 Min. · Papier oder Wattepads

  4. Tag 4: Heute schläft der Wichtel

    Freier Tag: nichts vorbereiten

    Zum Vorlesen

    Heute ist es ganz still. der Wichtel hat in den letzten Tagen so viel entdeckt, dass sein Kopf voll ist, wie ein Sack mit Schneeflocken. Er hat sich ein Taschentuch als Decke geholt, den Kopf aufs Kissen gelegt und schnarcht leise.

    Schschsch. Das ist das Geräusch eines müden Wichtels. Wenn ihr ganz leise seid, könnt ihr es hören.

    Morgen geht es weiter. Heute darf er einfach schlafen.

    Heute gibt es nichts zu tun. Vorlesen reicht, oder auch das nicht.

  5. Tag 5: Die einsame Socke

    Zum Vorlesen

    Im Flur lag eine einzelne Socke. Rot, gestreift, ein bisschen verknautscht. der Wichtel betrachtete sie von allen Seiten. „Das ist ein Schlafsack“, beschloss er. „Oder eine Mütze für sehr große Wichtel.“

    Er kroch hinein und merkte: Es war schön warm. Aber irgendetwas fehlte. Die Socke hatte nur eine Hälfte. Wo war ihr Gegenstück?

    „Sie vermisst jemanden“, flüsterte der Wichtel. „Wenn zwei zusammengehören, sollte man sie nicht trennen.“ Er legte die Socke vor die Tür und hoffte, dass jemand die zweite findet.

    Wenn ihr mögt: Wo ist die zweite Socke?

    Leg eine einzelne Socke vor die Wichteltür. Dein Kind sucht die passende zweite im Haus. Findet ihr sie, bekommen beide ihren Platz nebeneinander.

    2 Min. · Socken

  6. Tag 6: Ein Gruß aus dem Norden

    Freier Tag: nichts vorbereiten

    Zum Vorlesen

    Heute hat der Wichtel keine Kraft für große Dinge. Aber er hat eine Postkarte bekommen, vom Nordpol. Darauf steht ein Schneemann und in einer krakeligen Schrift: „Wir denken an dich.“

    der Wichtel hat sie sich ans Kissen gelehnt und lächelt. Er liest sie immer wieder, obwohl er sie längst auswendig kann.

    Es gibt Tage, an denen reicht ein Gruß. Heute ist so einer.

    Heute gibt es nichts zu tun. Vorlesen reicht, oder auch das nicht.

  7. Tag 7: Darf ich bleiben?

    Zum Vorlesen

    Eine Woche ist vergangen. der Wichtel sitzt vor seiner Tür und denkt nach. Er hat Löffel klingen gehört, Schneeflocken gezählt und eine Socke getröstet. Er hat geschlafen, so viel er wollte, und keiner hat geschimpft.

    „Hier ist es gut“, sagt er leise. „Ich würde gern noch ein bisschen bleiben, wenn ihr mögt.“

    Er legt einen kleinen Papierstern vor die Tür. Auf dem Stern steht nichts. Wer ihn aufhebt, darf entscheiden: Ja oder nein.

    Und wenn die Antwort ja ist, packt der Wichtel nicht aus. Er stellt nur die Mütze ein Stück gerader und freut sich.

    Wenn ihr mögt: Der Stern entscheidet

    Leg einen Papierstern vor die Wichteltür. Dein Kind darf antworten, wie es mag: den Stern aufheben, auf die Tür legen oder etwas dazu sagen. Wenn ihr den Wichtel behalten möchtet, geht es mit dem Planer weiter.

    2 Min. · Papierstern

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