Wichtelwelt, Namen & Geschichten

Wichtel auf Reisen: Eine Geschichte für die Weihnachtspause

5 Min. Lesezeit

Ein Wichtel auf Reisen ist eine schöne Idee für die ruhigeren Tage rund um Weihnachten: Du liest eine kurze Geschichte vor und kannst dazu eine kleine Szene an der Wichteltür gestalten. Dafür reichen ein paar Minuten und Dinge, die schon da sind. Die Geschichte funktioniert auch ganz ohne Basteln oder tägliche Wichtelaktion.

Rote Wichtelmütze an einer kleinen Tür, daneben ein verschneiter Pfad mit Tannenzweigen und warmem Laternenlicht

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine kurze Wichtelgeschichte macht die Weihnachtspause zu einem kleinen Vorlesemoment.
  • Für die passende Szene genügen eine Wichteltür und wenige Dinge aus dem Haushalt.
  • Die Ideen lassen sich in 5 bis 15 Minuten vorbereiten und leicht an verschiedene Altersstufen anpassen.
  • Der Wichtel darf unterwegs sein – und du darfst genauso gut eine Pause machen.

Eine kleine Vorlesegeschichte: Nils und der Schneepfad

Diese Geschichte ist eine frei erfundene Wichtelerzählung. Lies sie einfach vor oder erzähl sie mit eigenen Worten weiter.

Als der Weihnachtsmorgen vorbei war, wurde es im Haus stiller. Nils, der kleine Wichtel hinter der Tür, zog seinen roten Schal an und schaute hinaus. Über Nacht hatte sich eine dünne Schneeschicht auf den Garten gelegt.

„Heute besuche ich den Tannenhügel“, beschloss er. Dort wohnte seine Freundin Fina, die im Winter gern nach Sternschnuppen Ausschau hielt.

Nils machte sich auf den Weg. Der Pfad führte an einer kleinen Holzbank vorbei und unter einem Tannenzweig hindurch. Ein Windstoß wirbelte Schnee auf seine Mütze. Nils musste lachen. „Der Winter pustet wohl Grüße!“

Am Tannenhügel wartete Fina schon. Gemeinsam suchten sie nach den hellsten Sternen. Sie fanden keinen einzigen, denn Wolken hatten den Himmel zugedeckt. Doch das war gar nicht schlimm. Die beiden erzählten sich Geschichten, bis die Wolken weiterzogen.

Als Nils zurückkam, war es im Haus noch immer ruhig. Er stellte seine winzigen Schuhe vor die Tür und kuschelte sich in seine Decke. Die Reise war schön gewesen. Und morgen? Morgen durfte ein ganz gewöhnlicher, gemütlicher Tag sein.

Idee 1: Die Geschichte als Vorlesemoment

Lies die Geschichte am Sofa, am Frühstückstisch oder direkt vor der Wichteltür vor. Du kannst an einer Stelle kurz innehalten und fragen: „Wohin würdest du reisen, wenn du so klein wärst wie Nils?“ Eine Antwort ist schön, aber kein Muss.

  • Dauer: 5–10 Minuten
  • Material: Geschichte, optional eine Decke zum Einkuscheln
  • Alter: ab etwa 2 Jahren; für ältere Kinder kannst du die Geschichte gemeinsam weitererzählen
  • Aufräumaufwand: keiner

Idee 2: Ein winziger Reiseweg

Lege ein paar Tannenzweige als Waldpfad vor die Wichteltür. Ein kleines Stück Stoff kann Nils’ Schal sein

  • Dauer: 5 Minuten
  • Material: Tannenzweig, Stoffrest, Holzklotz oder anderes stabiles Miniaturmöbel
  • Alter: zum Anschauen für alle
  • Aufräumaufwand: gering, etwa 2 Minuten

Idee 3: Ankunft bei Fina

Am nächsten Morgen kannst du die Szene mit einer zweiten kleinen Station ergänzen: ein weiterer Tannenzweig und zwei winzige Sitzplätze erzählen, dass Nils Besuch hatte. Du brauchst weder eine neue Figur noch eine ganze Landschaft. Ein vertrauter Gegenstand an einem anderen Platz reicht oft, damit die Reise weitergeht.

  • Dauer: 5–10 Minuten
  • Material: zwei kleine Sitzgelegenheiten oder Holzklötze, Tannenzweig
  • Alter: ab etwa 2 Jahren zum gemeinsamen Anschauen
  • Aufräumaufwand: gering; die Szene lässt sich gesammelt in einer Schachtel verstauen

So wird aus der Reise eine einfache Wichtelaktion

  1. Wähle den ruhigen Moment. Die Geschichte passt nach dem Weihnachtsfest, an einem freien Nachmittag oder vor dem Schlafengehen.
  2. Entscheide dich für eine Szene. Du kannst nur vorlesen oder zusätzlich einen kleinen Pfad vor der Wichteltür legen.
  3. Halte es überschaubar. Drei Dinge reichen: ein Zweig, ein Stoffstück und ein Holzklotz.
  4. Lass Raum für eigene Ideen. Vielleicht reist der Wichtel im nächsten Jahr ans Meer, in die Berge oder nur bis zum Bücherregal. Die Geschichte muss nicht fortgesetzt werden, wenn es gerade nicht passt.

Varianten für eure Weihnachtspause

  • Für wenig Platz: Gestalte den Reiseweg direkt neben der Wichteltür, statt ihn durch den Raum zu führen.
  • Für ältere Kinder: Lass sie ein Ziel für Nils aussuchen und gemeinsam ein Ende erfinden.
  • Für mehrere Zuhause: Wenn Kinder zwischen Haushalten wechseln, kann die Geschichte an beiden Orten erzählt werden. Die Reise muss keine Gegenstände oder täglichen Nachrichten von einem Zuhause ins andere mitnehmen.
  • Für einen ruhigen Tag: Lies nur den letzten Absatz vor. Auch ein kurzer Moment zählt.
  • Ohne religiösen Bezug: Die Geschichte handelt von Freundschaft, Winter und einer Reise. Du kannst sie unabhängig von persönlichen Feiertagstraditionen verwenden.

Wenn es mal schnell gehen muss

Lies einfach die Geschichte vor, ohne etwas aufzubauen. Wenn du magst, leg einen Tannenzweig neben die Wichteltür – fertig. Auch ein Tag ohne neue Szene passt in die Weihnachtspause. Der Wichtelzauber hängt nicht daran, dass jeden Morgen etwas vorbereitet ist.

Häufige Fragen

Wie lang sollte eine Wichtelgeschichte für kleine Kinder sein?

Für jüngere Kinder ist eine kurze Geschichte mit wenigen Figuren und klaren Bildern oft gut handhabbar. Du kannst jederzeit kürzen oder frei erzählen.

Muss ich für die Reise eine neue Wichtelfigur basteln?

Nein. Die Reise lässt sich mit der bestehenden Wichteltür und ein paar Gegenständen andeuten. Eine zusätzliche Figur ist nicht nötig.

Was kann ich statt Schnee verwenden?

Ein heller Stoffrest oder ein paar weiße Papierstücke können einen Winterweg darstellen.

Darf der Wichtel nach Weihnachten eine Pause machen?

Ja. Du kannst die Geschichte als Abschluss der Wichtelzeit erzählen oder den Wichtel einfach ruhen lassen. Eine Pause braucht keine besondere Erklärung.

Und jetzt?

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